Tnd hamburger gastrnomy rstaurant menu

Hand aufs Herz: Wann wurde es eigentlich gesellschaftsfähig, dass ein Hamburger – das Urgestein des „Ich-ess-das-mal-schnell-im-Stehen-und-bekleckere-mein-Hemd“-Essens – plötzlich zum Gourmet-Star jedes zweiten Restaurants mutiert ist?

Die große Ideen-Dürre

Man schlägt die Karte auf. Man hofft auf Inspiration, auf Kochkunst, auf… na ja, auf eine Idee. Und was lacht einen zwischen Wiener Schnitzel und Salatplatte an? Der „Ultimate BBQ-Bacon-Craft-Burger“. In drei Variationen.

Es wirkt fast so, als hätten Heerscharen von Gastronomen kollektiv kapituliert. „Chef, wir wissen nicht, was wir kochen sollen!“ – „Egal, klatsch ein Patty zwischen zwei Brioche-Hälften, nenn es ‚Signature‘ und verlang 22,50 Euro.“

Das 20-Euro-Dilemma (Oder: Der Goldstaub auf dem Sesam)

Versteht mich nicht falsch: Qualität hat ihren Preis. Aber wir reden hier immer noch von einem Burger. Einem Gericht, das im Kern ein gepimptes Fleischwurstbrötchen ist. Wenn ich für einen Burger mittlerweile so viel zahle wie für ein ordentliches Rinderfilet oder eine fangfrische Forelle, dann frage ich mich: Ist das Patty aus Einhorn-Fleisch? Wurden die Pommes einzeln von Hand gestreichelt?

Für 20 Euro erwarte ich in einem Restaurant eigentlich Besteck-Einsatz, der über „Ich ramme dieses Holzstäbchen tiefer ins Brot, damit der Turm nicht einstürzt“ hinausgeht.

Die Anatomie der Unpraktikabilität

Ein Burger ist und bleibt ein ergonomischer Albtraum. Es gibt zwei Wege, ihn zu essen:

  1. Der Schlangen-Modus: Man renkt sich den Kiefer aus, um den 15 Zentimeter hohen Turm zu umschließen. Ergebnis: Die Sauce schießt hinten raus und landet auf der neuen Hose.
  2. Der Chirurgen-Modus: Man versucht es mit Messer und Gabel. Doch sobald man schneidet, flüchtet die Tomate nach links, die Gurke nach rechts und man stochert enttäuscht in einem Haufen zerfleddertem Hackfleisch herum.

Ein Burger ist Fastfood. Er ist To-Go. Er ist ehrlich, schmutzig und gehört in eine Papiertüte, nicht auf einen Schieferstein mit einem Zweig Rosmarin obendrauf.

Mein Plädoyer: Zurück zum Löffel!

Wisst ihr, was man wunderbar für unter 20 Euro bekommt, was satt macht, die Seele wärmt und bei dem man sich nicht den Kiefer ausrenkt? Eine verdammt gute Suppe.

In einer Suppe versteckt sich kein liebloses TK-Patty hinter einer überteuerten Trüffel-Mayo. Da zählt das Handwerk. Da zählt die Brühe. Da zählt die Liebe zum Detail. Und das Beste: Man kann sie essen, ohne danach eine chemische Reinigung für sein Outfit zu buchen.

Also liebe Gastronomen: Traut euch mal wieder was! Schmeißt den Burgergrill an, wenn ihr eine Bude am Hafen habt. Aber im Restaurant? Da wollen wir Kochkunst, keine Bauklötze für Erwachsene.


Eure Meinung: Seid ihr auch „Burger-müde“ oder bekommt ihr von dem Hype nicht genug? Und was war der absurdeste Preis, den ihr je für ein Brötchen mit Fleisch gesehen habt? Ab in die Kommentare damit!