Ob weiß oder Vollkorn, dick oder dünn geschnitten: Toastbrot ist das wohl universellste Lebensmittel der Welt. Es ist günstig, lange haltbar und lässt sich durch Hitze in ein knuspriges Erlebnis verwandeln. Doch was Menschen zwischen Tokio und New York auf ihre Scheiben legen, unterscheidet sich gewaltig.
Hier sind die 10 beliebtesten und legendärsten Toast-Variationen der Welt:
1. Der Nostalgiker: Toast Hawaii (Deutschland)
Er ist das kulinarische Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. In den 1950er Jahren von TV-Koch Clemens Wilmenrod populär gemacht, spaltet er bis heute die Gemüter: Schinken, Ananas und Schmelzkäse, gekrönt von einer Belegkirsche. Ein süß-salziger Klassiker, der im Ofen überbacken wird.
2. Das Luxus-Frühstück: Avocado Toast (Australien/Global)
Was in den Cafés von Sydney begann, hat die Instagram-Welt erobert. Einfach, aber effektiv: Reife Avocado, Zitronensaft, Chili-Flocken und oft ein pochiertes Ei auf einer perfekt krossen Scheibe Vollkorntoast. Er ist das Symbol der modernen „Healthy Eating“-Bewegung.
3. Der Britische Klassiker: Beans on Toast (Großbritannien)
Für Briten ist es „Comfort Food“ pur, für andere gewöhnungsbedürftig: Weiße Bohnen in Tomatensauce (Baked Beans) direkt aus der Dose, heiß serviert auf gebuttertem Toast. Günstig, sättigend und das ultimative Frühstück für regnerische Tage.
4. Die Krönung: French Toast / Arme Ritter (Frankreich/USA)
Hier wird der Toast nicht im Röster, sondern in der Pfanne veredelt. In einer Mischung aus Milch, Ei und Zucker gewendet und dann goldgelb in Butter ausgebacken. In den USA oft mit Ahornsirup und Speck serviert, in Deutschland eher mit Zimt und Zucker.
5. Das Kraftpaket: Kaya Toast (Singapur/Malaysia)
In Südostasien liebt man diese Variante zum Frühstück. Zwei Scheiben Toast werden mit Kaya (einer Marmelade aus Kokosmilch, Eiern und Pandan) bestrichen und mit einer dicken Scheibe Butter belegt. Dazu gibt es traditionell zwei sehr weich gekochte Eier mit Sojasauce.
6. Der Weltberühmte: Club Sandwich (USA)
Ein dreistöckiges Monument aus getoastetem Brot. Ursprünglich in New Yorker exklusiven Clubs serviert, gehört es heute auf jede Hotel-Speisekarte. Die Füllung: Truthahn oder Hähnchen, Speck, Kopfsalat, Tomaten und reichlich Mayonnaise.
7. Die Käse-Explosion: Croque Monsieur (Frankreich)
Der elegante Bruder des schnöden Käsetoasts. Zwischen zwei Toastscheiben liegen Schinken und Käse (meist Gruyère oder Emmentaler). Das Geheimnis: Er wird oft mit einer Schicht Béchamelsauce überbacken. Mit Spiegelei obendrauf wird er zum Croque Madame.
8. Das Ei-im-Korb: Egg in a Hole (USA/UK)
Hier wird mit einem Glas ein Loch in die Mitte des Toasts gestochen. Die Scheibe kommt in die Pfanne, und ein rohes Ei wird direkt in das Loch geschlagen. Brot und Ei braten gemeinsam, bis das Ei gestockt und der Toast goldbraun ist. Ein Kindheitsfavorit weltweit.
9. Die frittierte Sünde: Hong Kong French Toast (Hongkong)
Eine Weiterentwicklung des French Toast, aber deutlich dekadenter. Zwei Scheiben Toast werden mit Erdnussbutter gefüllt, in Ei gewendet und dann frittiert. Serviert wird das Ganze mit einem Stück Butter und reichlich Honig oder Kondensmilch.
10. Der Deftige: Welsh Rabbit (Wales)
Lassen Sie sich nicht vom Namen täuschen – es ist kein Kaninchen enthalten. Es ist eine würzige Käsesauce (meist Cheddar, Bier, Senf und Worcestershiresauce), die über den Toast gegossen und unter dem Grill goldbraun und blubbernd gebacken wird.
Warum Toast immer funktioniert
Toastbrot ist die „Leinwand“ des Kochs. Es bietet durch das Rösten eine Textur (die Maillard-Reaktion sorgt für die braune Kruste), die Aromen perfekt trägt. Ob man es nun einfach mit Butter bestreicht oder wie in Hongkong frittiert – Toast ist die Basis für kulinarische Kreativität auf kleinstem Raum.
