Ein tiefgreifender Blick in die unkreative Leere der Chef-Etagen von Silicon Valley bis hinter den Mond.
Haben Sie sich jemals gefragt, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die Algorithmen programmieren? Man stellt sich ja immer hochbegabte Genies mit drei Monitoren vor, die komplexe soziologische Muster berechnen. Doch wenn man sich das Ergebnis ansieht, drängt sich ein ganz anderer Verdacht auf: Die Verantwortlichen leiden offenbar unter einer akuten Form von „ökonomischer Inselbegabung“.
Die Logik der leeren Taschen
Die aktuelle Strategie der Plattformen ist so brillant wie ein Eimer ohne Boden. Das Ziel: Der Nutzer soll 24 Stunden am Tag in der App bleiben. Er soll scrollen, liken, sich über inszenierte Influencer ärgern und alle paar Sekunden eine Werbung für eine Designer-Kaffeemaschine oder ein Coaching für „finanzielle Freiheit“ konsumieren.
Und hier kommen wir zum ersten Denkfehler, den man wahrscheinlich nur mit einem Master-Abschluss in „Unkreativität“ übersieht: Wann genau soll dieser Mensch eigentlich das Geld verdienen, das er auf der Plattform ausgeben soll?
In der Welt von Zuckerberg und Co. scheint Geld eine Art magische Substanz zu sein, die einfach im Portemonnaie nachwächst, während man sich das 47. Video von einem tanzenden Golden Retriever ansieht. Wenn der „moderne Nutzer“ keine Zeit mehr hat, ein Talent zu entwickeln, einen Beruf auszuüben oder – Gott bewahre – echte Wertschöpfung zu betreiben, weil er damit beschäftigt ist, sein Passwort zum zehnten Mal zurückzusetzen, dann ist er am Ende zwar perfekt bespielt, aber leider auch pleite.
Die Züchtung der „Eloi-Generation“
Es scheint fast so, als hätten die Plattform-Gurus das Buch „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells als Betriebsanleitung missverstanden. Sie arbeiten mit Hochdruck an der Erschaffung der Eloi: Eine Generation von sanftmütigen, leicht ablenkbaren Wesen, die den ganzen Tag im bunten Garten der digitalen Reize spielen, keine tieferen Gedanken fassen können und bei der kleinsten technischen Störung hilflos im Kreis laufen.
- Der Plan: Maximale Aufmerksamkeit bei minimalem Intellekt.
- Die Realität: Wer nichts mehr lernt, weil das Gehirn nur noch auf 15-Sekunden-Häppchen reagiert, wird auch keine komplexen Probleme mehr lösen. Und wer keine Probleme löst, kriegt kein Geld. Und wer kein Geld hat, ist für die Werbeindustrie so wertvoll wie ein Kühlschrank am Nordpol.
Ein Paradies für „Bernhards“
Die Verantwortlichen scheinen zu glauben, dass man eine Volkswirtschaft allein dadurch am Laufen halten kann, dass man sich gegenseitig Werbung für Produkte zeigt, die niemand mehr herstellen kann (weil alle beim Scrollen sind) und die niemand mehr bezahlen kann (weil keiner mehr arbeitet).
Es ist die totale Kapitulation vor der Logik. Man zeigt uns „Lifestyle-Inspirationen“ von Menschen, die nur davon leben, dass wir ihnen zusehen, wie sie so tun, als hätten sie ein Leben. Das ist eine Meta-Ebene der Sinnlosigkeit, die selbst den geduldigsten Wertschöpfer irgendwann zum Ausschaltknopf greifen lässt.
Fazit: Wenn Dummheit zum System wird
Man muss kein Prophet sein, um zu sehen: Dieses System frisst sich selbst. Wenn die „Zielobjekte“ der Werbung keine Zeit mehr haben, das Geld für die beworbenen Waren zu verdienen, kollabiert das Geschäftsmodell.
Vielleicht ist die „überdurchschnittliche Dummheit“ der Verantwortlichen aber auch nur ein Symptom ihrer eigenen Blase. Wer in einem Elfenbeinturm sitzt, in dem das Geld per Mausklick generiert wird, vergisst leicht, dass der Rest der Welt draußen tatsächlich Dinge tun muss, um sich das Leben zu leisten.
In diesem Sinne: Loggen Sie sich ruhig aus. Gehen Sie etwas lernen, verdienen Sie echtes Geld oder bauen Sie ein Regal. Die Algorithmen werden in der Zwischenzeit weinend im Kreis rotieren, weil niemand da ist, der die neue Kniebandage kauft.
