Wer denkt, ein Karnevalsumzug sei nur ein nettes Beisammensein mit bunten Kostümen, hat noch nie drei Stunden lang bei 4 Grad und Nieselregen auf den Prinzenwagen gewartet. Karneval ist Hochleistungssport – sowohl für die Akteure auf den Wagen als auch für das „Fußvolk“ am Straßenrand.
Damit der Akku nicht vor dem großen Finale schlappmacht, verwandeln sich die Innenstädte in eine einzige Freiluft-Küche. Hier ist das Ranking der absoluten Klassiker, ohne die kein Umzug funktioniert.
1. Die Bratwurst: Das Zepter des Narren
Sie ist der unangefochtene Champion. Warum? Weil sie die perfekte „Ein-Hand-Beilage“ ist. In der einen Hand das Kaltgetränk, in der anderen die Wurst im Brötchen – so lässt es sich geschmeidig schunkeln.
- Warum sie gewinnt: Sie ist heiß, fettig und liefert die nötige Grundlage für alles, was flüssig noch folgen mag. Der Senfklecks auf dem Kostüm gehört übrigens zum guten Ton.
2. Pommes Schranke: Das rote-weiße Gold
Pommes sind bei Karnevalsumzügen kein Snack, sondern eine Lebenseinstellung. Sie wärmen die Hände und die Seele.
- Der Clou: „Schranke“ (Mayo und Ketchup) sorgt für die nötigen Kalorien, um auch beim 44. „Bützchen“ noch standhaft zu bleiben. Zudem sind sie das ideale „Social Food“: Man teilt sie mit Wildfremden, die neben einem im Bienenkostüm stehen.
3. Mutzen, Berliner & Krapfen: Süße Munition
Während von oben die Kamelle fliegen, holt man sich am Imbisswagen die „schwere Artillerie“. Ob sie nun Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen heißen (je nach Region ein diplomatisches Minenfeld!), sie sind der nötige Zuckerschub zwischendurch.
- Humor-Faktor: Das Risiko, beim Abbeißen den Puderzucker über das schwarze Batman-Kostüm zu prusten, ist Teil des Nervenkitzels.

4. Reibekuchen (Rievkooche): Die rheinische Wunderwaffe
Besonders im Rheinland sind die fettig-knusprigen Kartoffelpuffer mit Apfelmus der Renner.
- Der Effekt: Sie bilden eine Schutzschicht im Magen, die vermutlich selbst einen Raketenstart überstehen würde. Ein Muss für jeden, der den Umzug bis zur After-Zoch-Party durchziehen will.
Was fließt durch die Kehlen?
Getränketechnisch ist Karneval ein Marathon, kein Sprint.
- Das Bier (Kölsch, Alt, Pils): Der Klassiker aus dem Plastikbecher. Wichtig: Immer rechtzeitig für Nachschub sorgen, bevor der nächste Wagen die Sicht versperrt.
- Kurze & Klopfer: Die kleinen bunten Fläschchen sind die Währung des Karnevals. Sie wärmen kurz von innen und lassen sich hervorragend tauschen.
- Der heiße Kakao (mit Schuss): Wenn der Frost in die Clownsschuhe kriecht, ist ein heißer Kakao mit einem Schuss Rum oder Amaretto die letzte Rettung vor der totalen Schunkelstarre.
Es muss drücken im Gesicht
An Karneval zählen keine Kalorien, es zählt die Temperatur und die Verfügbarkeit. Ein Imbisswagen am Zugrand ist kein Ort für Gourmet-Experimente, sondern ein Rettungsanker der Gemütlichkeit. Wer hier mit einer Currywurst in der Hand und einem Pappnasen-Grinsen im Gesicht steht, hat das Spiel gewonnen.
In diesem Sinne: Guten Appetit und dreimal kräftig „Mahlzeit!“

