Wenn die „fünfte Jahreszeit“ ihren Höhepunkt erreicht, verwandeln sich deutsche Innenstädte in bunte Meere aus Konfetti, Musik und purer Lebensfreude. Doch Umzug ist nicht gleich Umzug! Während im Rheinland der Frohsinn regiert, vertreiben im Süden furchteinflößende Masken den Winter.
Hier ist unsere Auswahl der 20 bedeutendsten Umzüge – sortiert nach Tradition, Größe und dem gewissen „Etwas“.
Die „Großen Drei“ (Rheinischer Karneval)
- Köln (Rosenmontagszug): Der unangefochtene König der Züge mit Millionen Zuschauern, tonnenweise „Kamelle“ und einer unvergleichlichen emotionalen Wucht.
- Düsseldorf (Rosenmontagszug): Weltberühmt für seine bissigen, politisch provokanten Motivwagen des Künstlers Jacques Tilly, die regelmäßig weltweit Schlagzeilen machen.
- Mainz (Rosenmontagszug): Hier regiert die „Meenzer Fassenacht“ mit politisch-literarischem Anspruch und den ikonischen „Schwellköpp“.
Die Hochburgen der Vielfalt
- Aachen (Rosenmontagszug): Ein Zug mit Herz und Grenznähe, der für seine bürgerliche Nähe und den berühmten Orden „Wider den tierischen Ernst“ bekannt ist.
- Bonn (Rosenmontagszug): Das närrische Treiben im Schatten des ehemaligen Regierungsviertels besticht durch eine besonders hohe Dichte an Traditionsvereinen.
- Braunschweig (Schoduvel): Der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands blickt auf eine fast 600-jährige Geschichte zurück und ist das Bollwerk gegen die nordische Zurückhaltung.
- Eschweiler (Rosenmontagszug): Gemessen an der Einwohnerzahl einer der größten Züge Deutschlands – hier ist buchstäblich die ganze Stadt auf den Beinen.
- Koblenz (Rosenmontagszug): Wo Vater Rhein auf Mutter Mosel trifft, wird ein besonders herzlicher und traditionsbewusster Karneval gefeiert.
- Münster (Rosenmontagszug): Die westfälische Antwort auf Köln zeigt, dass auch im beschaulichen Münsterland der Ausnahmezustand perfekt beherrscht wird.
- Nürnberg (Fastnachtszug): Als einer der ältesten Züge der Welt bringt er fränkische Fröhlichkeit und opulente Kostüme in die historische Altstadt.
Die Perlen des Südwestens & Ostens
- Rottweil (Narrensprung): Das Highlight der schwäbisch-alemannischen Fasnet, bei dem die „Federahannes“ und „Biß“ in streng reglementierter Tradition durch das Schwarze Tor hüpfen.
- Konstanz (Hemdglonkerumzug): Ein skurriler Nachtumzug am schmutzigen Donnerstag, bei dem alle Teilnehmer im weißen Nachthemd und mit Zipfelmütze durch die Gassen ziehen.
- Villingen (Historischer Umzug): Ein ästhetischer Hochgenuss, geprägt von den edlen „Narro“-Kostümen und dem feinen Klang der Rollen (Glocken).
- Köthen (Rosenmontagszug): Die „Kuh-Kaff-Köthen“-Narren halten die Fahne des Karnevals in Sachsen-Anhalt hoch und feiern einen der größten Züge im Osten.
- Wasungen (Historischer Festumzug): In Thüringen wird hier seit 1524 Karneval gefeiert, was den Umzug zu einem der geschichtsträchtigsten der gesamten Region macht.
Besondere Formate & Lokalkolorit
- Ludwigshafen/Mannheim (Gemeinsamer Umzug): Ein gigantisches Spektakel, das jährlich zwischen den beiden Städten über den Rhein wechselt und die Pfalz mit Kurpfalz verbindet.
- Duisburg (Kinderkarnevalszug): Einer der größten Züge Deutschlands, bei dem die kleinsten Narren im Mittelpunkt stehen und der Nachwuchs zeigt, wie man feiert.
- Frankfurt am Main (Fastnachtszug): Unter dem Wolkenkratzer-Panorama der Main-Metropole mischt sich modernes City-Flair mit klassischer hessischer Fassenacht.
- Stuttgart (Faschingsumzug): Der größte Umzug in Baden-Württemberg bringt eine bunte Mischung aus rheinischem Karneval und alemannischer Maskentradition auf die Königsstraße.
- Damme (Carneval): Eine Besonderheit in Niedersachsen, denn hier wird der Umzug traditionell schon eine Woche vor dem eigentlichen Karnevalswochenende gefeiert.
Wo feierst du?
Ob du nun „Bützchen“ in Köln sammelst, die politischen Wagen in Düsseldorf bestaunst oder dich vor den Larven in Rottweil gruselst – Deutschland bietet für jeden Narrentyp das passende Pflaster. Wichtig ist nur: Das Kostüm muss warm halten, das Herz weit offen sein und der Hunger auf Bratwurst sollte groß genug sein!

