Tnd smazak syr tatarka tschechien

Wenn man in Tschechien nach einem Nationalgericht fragt, bekommt man oft „Svíčková“ (Rinderbraten) oder „Vepřo-knedlo-zelo“ (Schweinebraten) zur Antwort. Doch fragt man nach dem, was die Menschen tatsächlich mindestens einmal die Woche essen – sei es in der Mittagspause, nach einer langen Partynacht oder beim Sonntagsausflug mit der Familie –, dann gibt es nur eine Antwort: Smažák.

Der panierte, frittierte Käse ist mehr als nur ein Gericht; er ist ein kulturelles Phänomen und der Beweis dafür, dass die einfachsten Dinge oft die besten sind.


Herkunft und Geschichte: Vom Notbehelf zum Kultstatus

Die Idee, Käse zu panieren und zu braten, ist keine rein tschechische Erfindung – man denke an das italienische Mozzarella in carrozza oder das griechische Saganaki. Doch in Tschechien nahm der Smažák in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ganz eigene Entwicklung.

Während der Ära der Tschechoslowakei war Fleisch oft teuer oder nicht immer in bester Qualität verfügbar. Der Käse hingegen, meist ein einfacher Eidam (Edamer), war günstig und proteinreich. In den 1970er und 80er Jahren wurde der Smažák zum festen Bestandteil jeder Kantine und jedes staatlichen Restaurants. Was als vegetarische Alternative zum Schnitzel begann, entwickelte sich schnell zum beliebtesten Gericht der Massen.

Heute ist er aus der tschechischen Gastronomie nicht mehr wegzudenken – vom Imbissstand (Občerstvení) am Bahnhof bis hin zum gutbürgerlichen Restaurant.


Verbreitung und Variationen

Smažák findet man heute in der gesamten Tschechischen Republik sowie in der Slowakei. Die klassische Version besteht aus einer dicken Scheibe Edamer. Es gibt jedoch zwei weitere sehr beliebte Varianten:

  1. Smažený Hermelín: Hier wird ein ganzer Camembert-ähnlicher Weichkäse paniert. Das Ergebnis ist ein flüssiger, cremiger Kern, der oft mit Preiselbeeren serviert wird.
  2. Smažené tvarůžky: Für Mutige wird der intensiv duftende Olmützer Quargel paniert – eine aromatische Spezialität für Kenner.

Die Anatomie des perfekten Smažák: Das Rezept

Das Geheimnis eines guten Smažák liegt in der Panade. Sie muss stabil genug sein, um den schmelzenden Käse im Zaum zu halten, aber knusprig und leicht genug, um nicht fettig zu wirken.

Zutaten (für 4 Personen)

  • Käse: 4 dicke Scheiben Edamer (Eidam), ca. 1,5 bis 2 cm dick. Der Fettgehalt sollte idealerweise bei 30 % bis 45 % liegen. (Tipp: Gouda funktioniert auch, schmilzt aber schneller).
  • Panade:
    • Mehl (Type 405)
    • 2 Eier (verquirlt mit einem Schuss Milch und einer Prise Salz)
    • Semmelbrösel (am besten fein gerieben)
  • Fett: Neutrales Pflanzenöl zum Frittieren (reichlich!).

Die Zubereitung: Der „Double-Dip“-Trick

  1. Vorbereitung: Die Käsescheiben sollten direkt aus dem Kühlschrank kommen. Kalter Käse läuft beim Braten nicht so schnell aus.
  2. Panieren (Teil 1): Den Käse zuerst im Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und schließlich mit Semmelbröseln bedecken.
  3. Die Versicherung (Teil 2): Hier kommt der wichtigste Schritt: Tunken Sie den bereits panierten Käse noch einmal in das Ei und dann noch einmal in die Semmelbrösel. Diese doppelte Panade verhindert das gefürchtete Auslaufen in der Pfanne.
  4. Braten: Das Öl in einer Pfanne stark erhitzen (der Käse sollte fast schwimmen). Den Käse von jeder Seite ca. 1,5 bis 2 Minuten goldbraun ausbacken.
  5. Abtropfen: Kurz auf Küchenpapier ablegen, um überschüssiges Fett zu entfernen.

Was gehört dazu? Die heilige Dreifaltigkeit der Beilagen

Ein echter Smažák kommt niemals allein. Die klassische Kombination ist unantastbar:

  • Hranolky oder Vařené brambory: Pommes Frites sind der Standard, aber viele Tschechen schwören auf Petersilienkartoffeln mit Butter.
  • Tatarka (Tatarská omáčka): Ohne Tatarensauce (eine Art Remoulade mit Zwiebeln und sauren Gurken) ist ein Smažák unvollständig. Sie liefert die nötige Säure zum fettigen Käse.
  • Obloha: Ein kleiner Alibi-Salat aus Kraut oder Gurken rundet den Teller ab.

Smažák ist kein Gericht für Kalorienzähler, aber ein Gericht für die Seele. Er repräsentiert die tschechische Lebensart: unkompliziert, herzlich und ehrlich. Wenn Sie das nächste Mal in Prag oder Brünn sind, ignorieren Sie die Touristenfallen und suchen Sie sich ein Gasthaus, in dem die Einheimischen sitzen. Bestellen Sie einen Smažák und ein kühles tschechisches Lagerbier – mehr braucht es nicht zum Glücklichsein.