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Wer an die Küche der DDR denkt, dem kommen oft zuerst Deftiges wie Soljanka oder Jägerschnitzel in den Sinn. Doch wenn es um den „Süßen Zahn“ ging, waren die Bäcker und Hausfrauen wahre Improvisationskünstler. Mit einfachen Zutaten wurden Desserts und Kuchen geschaffen, die bis heute Kultstatus genießen.

Hier sind sie, die glorreichen Neun, die auf keinem Kaffeetisch fehlen durften:

1. Kalter Hund (oder Kalte Schnauze)

Der unangefochtene König der Kindergeburtstage. Kein Backen, nur Schichten: Butterkekse treffen auf eine kräftige Kakao-Kokosfett-Masse. Er musste über Nacht im Kühlschrank ziehen, bis er diese perfekte, schnittfeste Konsistenz hatte. Ein mächtiger Genuss, von dem ein schmales Stück meistens völlig ausreichte (theoretisch).

2. Eierschecke

Ob Dresdner Art oder Freiberger Art – die Eierschecke ist das Meisterstück der sächsischen Backkunst. Drei Schichten pure Seligkeit: Boden, Quarkmasse und die legendäre, fluffige Schicht aus Eigelb, Butter und Eischnee. Wenn die oberste Schicht beim Backen leicht braun und wellig wurde, war sie perfekt.

3. Quarkkeulchen

Der Beweis, dass man aus Pellkartoffeln vom Vortag ein Gourmet-Dessert zaubern kann. Zerdrückte Kartoffeln, Quark, Mehl und Rosinen wurden zu kleinen Fladen geformt und in der Pfanne goldbraun ausgebacken. Mit reichlich Zucker und Zimt bestreut – ein warmer Seelenschmeichler.

4. LPG-Kuchen

Der Name ist Programm (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft). Dieser Blechkuchen ist ein Schichtwunder: Ein einfacher Rührteigboden, darauf eine Schicht aus Buttercreme oder Sahne-Quark und als Abschluss in Weinbrand oder Rum getränkte Butterkekse, überzogen mit Schokoladenguss. Rustikal, gehaltvoll und absolut feiertagstauglich.

5. Schwedeneisbecher

Ein Klassiker im Eiscafé. Vanilleeis, kombiniert mit Apfelmus, einem ordentlichen Schuss Eierlikör und einer Sahnehaube. Warum er „Schwedenbecher“ hieß? Angeblich geht der Name auf den Sieg der schwedischen Eishockeymannschaft gegen die DDR zurück – oder auf eine Vorliebe von Walter Ulbricht für alles Schwedische. Sicher ist nur: Die Kombination ist unschlagbar.

6. Prasselkuchen

Die Rettung, wenn es schnell gehen musste. Blätterteig mit einer Schicht Marmelade (meistens Zitrone oder Aprikose) und einer dicken Lage Streusel obendrauf, die mit Zuckerguss fixiert wurden. Es krümelt beim Essen furchtbar, aber genau das gehört zum Erlebnis dazu.

7. Schokopudding mit Vanillesauce (oder andersrum)

In der Schulspeisung gefürchtet (wenn er Haut hatte), zu Hause geliebt. Oft aus der Tüte angerührt (Kuko oder Anker), war der Wackelpudding oder Schokopudding das Standard-Dessert. Die Vanillesauce musste fließen, der Pudding glänzen.

8. Bienenstich

Der Blechkuchen-König bei jedem Bäcker. Hefeteig, eine dicke Füllung aus Vanillepudding oder Buttercreme und die unverwechselbare Kruste aus karamellisierten Mandeln oder gehobelten Nüssen. Ein Bienenstich war das Maß aller Dinge beim Sonntagskaffee.

9. Russischer Zupfkuchen

Zwar suggeriert der Name eine ferne Herkunft, doch der Zupfkuchen ist ein echtes Kind der hiesigen Backöfen. Dunkler Schokoteig (als Boden und als „gezupfte“ Kleckse obenauf) umschließt eine cremige Quarkfüllung. Er vereint Käsekuchen und Schokokuchen in einer perfekten Symbiose.


Die süße DDR-Küche war geprägt von dem, was da war – und daraus wurde das Beste gemacht. Viele dieser Rezepte überdauern die Zeit, weil sie nicht nur gut schmecken, sondern uns zurück in die Küche unserer Oma versetzen.

Welcher dieser Klassiker ist dein Favorit? Oder fehlt ein ganz bestimmter Kuchen in unserer Liste? Schreib es uns in die Kommentare!